Sehen wollen

„Ich habe kein Interesse, hübsche Bildchen zu machen, das ist nicht meine Aufgabe. Mich interessiert das Sehen. Gute Fotografie und gute Kunst hat mit Hinsehen zu tun. Und mit dem Verändern der Perspektive.mit.“*

Pieter Hugo

Fotograf

Südafrika

*aus dem TV-Bericht Legendäre Fotografen Südafrikas

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Fotograf in Südafrika

Legendäre Fotografen Südafrikas nannte sich eine Sendung vor einigen Wochen auf ARTE, die mich sehr fasziniert hat. Fotos aus einer Welt, die es so nicht mehr gibt, die weit von uns entfernt war, von der die meisten hier in Deutschland nie viel mitbekommen / erfahren haben. Und ja, es geht in diesem Bericht um das Gestern aber nicht minder um das Heute. Es geht um das Leben, um Politik, um das Sein können so wie man sein wollte, wie man ist.

Ob dieser Bericht heutzutage noch auf ARTE zu finden ist, ich weiß es nicht, aber wer sich ein wenig über die in diesem Bericht vorkommenden Fotografen informieren möchte, wer etwas mehr über deren Arbeit im Südafrika zur Zeit der Apartheid erfahren möchte, hier sind die Link zu einzelnen homepages / Seiten:

David Goldblatt

Zanele Muholi

Omar Badsha

Paul Weinberg

Lesley Lawson

Cedric Nunn

Santu Mofokeng

Jodi Bieber

Jo Ractliffe

Pieter Hugo

 

lernen (können/wollen/dürfen)

„Ich weiß nicht, aber ich noch was lernen muss“

Aussage einer Fotografin während eines Interviews im Radio.

Muss ehrlich sagen, wer solche Antworten gibt, mag zwar schöne Bilder machen, aber sind es auch Bilder die den Betrachter fesseln? Sind es Fotos, die einen innehalten lassen, die einen verweilen lassen?

Ja, ich habe auch tolle Fotos, aber ich würde nicht behaupten, dass ich nichts mehr lernen muss oder kann. Denn von anderen Fotografen kann und sollte man lernen, sich durch deren Sichtweisen inspirieren lassen.

Ein anderer Fotograf meinte zu einer aktuellen Ausstellung: „dort sind meine besten Fotos zu sehen, die ich je gemacht habe…„. Oh, da scheint jemand sehr von sich überzeugt zu sein. Dass man für eine Ausstellung die besten Fotos aussucht, klar. Aber auch bei der Aussage „meine besten Fotos überhaupt“ habe ich ein flaues Gefühl im Magen. Macht der Mann keine Fehler, ist er über jede Kritik erhaben?

Dazu fällt mir dann die Ausstellung in Halle/W, und die Meinung meines Sohnes zu den ausgestellten Fotos ein. (klick-hier)

2 Versionen

„Welches Bild gefällt Euch besser“

Solche Sätze findet man in diversen Communities zu hauf. Dazu werden dann 2 Versionen eines Fotos eingestellt.

1 x in Farbe

1 x in Schwarzweiß

Und den ein oder anderen Fotografen stört es, immer wieder diese Frage zu lesen. Und der lässt dann einen Kommentar dazu ab, ob diese Frage immer notwendig sei. Und den ein oder anderen Fotografen aus der Community regt die Frage oder die Frage denn nötig war auch auf. Worte wie Meinungsfreiheit, wie Gelassenheit, wie mal alles Fünfe gerade sein lassen, fallen dabei. Zack, ist die schönste Diskussion, das schönste Streitgespräch im Gange. Ja, man kann es den Leuten nie Recht machen.

Auch mich regen solche Fragen schon mal auf. Wobei ich den Fragesteller andererseits auch verstehen kann, manchmal ist man unsicher welche Version die Bessere ist.

Aber liebe Fotografen, verlasst Euch auf EUER Bauchgefühl, fragt Euch selber, welches Version Eures Fotos Euer Favorit ist. Denn nur so schult Ihr Euer Auge, nur so Ihr Euren Blick. Denn wenn Ihr 100 Fotografen nach der besseren Version fragt, kriegt Ihr unter Umständen auch 100 verschiedene Antworten. Und was dann?

Also verlasst Euch auf Eure Intuition. Ihr könnt es nicht allen Recht machen. Eure Meinung ist es, die zählt. Wie so oft im Leben.